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Ulrich van der Heyden, Ilona Schleicher, Hans-Georg Schleicher (Hg.)
Engagiert für Afrika
Die DDR und Afrika II
Reihe: Afrikanische Studien/African Studies
Bd. 6, 1994, 304 S., 17.90 EUR, 17.90 CHF, br., ISBN 3-8258-2080-7


Auch in diesem zweiten Band über die mannigfachen Beziehungen der DDR zu Afrika kommen Autoren mit kontrastierenden persönlichen, beruflichen und politischen Erfahrungen und Meinungen zu Wort. Sie fügen als Wissenschaftler, Journalisten, Schriftsteller, Kirchenleute, ehemalige Diplomaten, FDJ-Brigadisten und Studenten in einer von ihnen selbst gewählten literarischen Form weitere Mosaiksteinchen in das Bild dieses Teils der Geschichte der DDR ein. Auch Afrikaner bringen ihre durchaus nicht einheitliche Sicht zu einigen Aspekten der Beziehungen der DDR zu ihrem Kontinent ein.
Erstmals werden auf der Grundlage archivalischer Quellen solchen brisanten politischen Themen wie die Unterstützung der DDR für den bewaffneten Kampf im Süden Afrikas oder das komplizierte Verhältnis zur zimbabwischen Befreiungsbewegung beleuchtet. Am Beispiel der Verbindungen des neuen Bundeslandes Brandenburg zu Afrika wird ein Brückenschlag aus der Vergangenheit in die Gegenwart versucht. Interessante Details zum Außenhandel und den kirchlichen Beziehungen kommen zur Sprache.
Das kritische Nachdenken über die in der DDR praktizierte Solidarität im Kampf gegen Kolonialismus und Rassismus schließt Erfahrungen der Solidaritätsarbeit innerhalb und außerhalb der etablierten politischen Strukturen ein und ist mit der Präsentation einer Fülle von Zahlen und Fakten verbunden. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln setzen sich Autoren mit der Bildungszusammenarbeit der DDR auseinander und konzentrieren sich hierbei vor allem auf Angola und Mosambik.
Ostdeutsche Afrikawissenschaftler führen den Disput über Probleme ihrer Arbeit fort, westdeutsche Kollegen äußern sich zu wechselseitigen Einflüssen der ost- und westdeutschen Wissenschaftsentwicklung. Ein Diskussionsangebot über die Medienberichterstattung über Afrika wird unterbreitet. Die Reflexion eines Schriftstellers über seine Erlebnisse schließlich unterstreicht die Differenziertheit und Vielschichtigkeit des Verhältnisses der DDR zu diesem Kontinent und seinen Menschen.

Privatdozent Dr. phil. & Dr. rer. pol. habil. Ulrich van der Heyden, geb. 1954, ist Afrika- und Kolonialhistoriker sowie Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Afrika. Er lehrt am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Missions- und Religionswissenschaft sowie Ökumenik der Humboldt-Universität zu Berlin.





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