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Thomas Füser
Mönche im Konflikt
Zum Spannungsfeld von Norm, Devianz und Sanktion bei den Cisterziensern und Cluniazensern (12. bis frühes 14. Jahrhundert)
Reihe: Vita regularis - Ordnungen und Deutungen religiosen Lebens im Mittelalter. Abhandlungen
Bd. 9, 2000, 384 S., 40.90 EUR, 40.90 CHF, br., ISBN 3-8258-3443-3


Das Spannungsfeld von Norm und Devianz ist nicht nur ein Kernproblem sozialer Ordnungen überhaupt, sondern tangiert darüber hinaus wesentliche Kategorien religioser Lebensformen. Die mittelalterlichen Orden gaben dem Wechselspiel von Norm, Devianz und Sanktion einen neuen, festen institutionellen Rahmen. Statutenwerke, Generalkapitelbeschlüsse und Visitationsprotokolle ermöglichen eine eingehende Analyse. Gerade die elementaren monastischen Verhaltensforderungen können zugleich als zentrale Problemfelder individueller klösterlicher Lebensführung beschrieben werden: Verstöße gegen pax und obedientia, Abweichungen im Zusammenhang mit dem Keuschheitsgelübde, Diebstahl und Eigenbesitz und schließlich Formen der Flucht aus dem Kloster. Die Darstellung verfolgt jeweils das Ziel, einen engen Konnex herzustellen zwischen den positivrechtlichen Normierungen und den häufig Hunderten von Zeugnissen devianten Verhaltens aus dem Rechtsalltag der Orden. Zentrales Anliegen ist dabei die Aufdeckung von Anlässen, Auslösern und Spannungsfeldern, sowie der entsprechenden Reaktionen der Ordensinstanzen, der Strategien der Bewältigung und Prävention, der Reflexe in Rechtsprechung, Rechtssetzung und Organisation. Nach signifikanten Traditionen, Unterschieden, Parallelen im Umgang beider Orden mit Devianz und Devianten wird dabei ebenso gefragt wie generell nach der Funktionalität abweichenden Verhaltens innerhalb monastischer Lebensformen.





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