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Volker Lubinetzki
Von der Knechtsgestalt des Neuen Testaments
Beobachtungen zu seiner Verwendung und Auslegung in Deutschland vor dem sowie im Kontext des 'Dritten Reichs'
Reihe: Theologie
Bd. 26, 2000, 488 S., 40.90 EUR, 40.90 CHF, br., ISBN 3-8258-4679-2


Nicht nur das Alte Testament war bei den völkischen Ideologen der NS-Zeit schlecht gelitten. Auch das Neue Testament geriet zunehmend als "verjudet" in die Schußlinie.

Der Autor untersucht, wie es dem Neuen Testament in jener Auseinandersetzung erging. Er stützt sich vor allem auf Äußerungen aus dem Kirchenkampf und die Inanspruchnahme des Neuen Testaments durch Theologen, denen an der Vereinbarkeit von NS-Ideologie und Christentum lag. Die Spannweite reicht vom Schriftgebrauch im aktuellen kirchenpolitischen Streit über aktualisierende Bibel-"Verdeutschungen" und völkisch-antijüdische Exegesen bis hin zum "Erweis" des nicht- oder sogar antijüdischen Ursprungs des Neuen Testaments (einschließlich der "Jesus als Arier"-Debatte).

Statt einer simplen Schuldzuweisung aus Sicht des Späteren ist es das Ziel des Autors, zu verstehen, wie es zu dieser Art von Exegese kommen konnte. Interessant ist daher auch die Untersuchung der Vorgeschichte im Ersten Teil der Arbeit. Welche Rolle spielte die Entwicklung der Exegese und Hermeneutik seit Anfang des 20. Jahrhunderts? Der Autor zeigt, daß sich die Entwicklung nach 1933 nicht von den Weichenstellungen vor 1933 trennen läßt.

Dr. Volker Lubinetzki, geb. 1963, studierte Theologie in Bonn, Hamburg und Wuppertal. Vikar der Rheinischen Kirche und Assistent im Fach Neues Testament an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal (bei Prof. Dr. Martin Karrer) bis 1995, seit 1998 als Berufsschulpfarrer in Düsseldorf tätig.





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