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Horst Hübner
Entwicklung und Implementation eines curricularen Reformprogramms
Beitrag zu einer sozialwissenschaftlich fundierten und beratungskompetenten Sportpädagogik
Reihe: Schriften zur Körperkultur
Bd. 10, 1994, 320 S., 40.90 EUR, 40.90 CHF, br., ISBN 3-88660-814-X


Seit Beginn der 90er Jahre zeichnen sich in vielen alten und neuen Bundesländern intensive Bemühungen ab, die Schulsportcurricula neu zu konzipieren. Eine Betrachtung der bisher vorgelegten Reformprogramme und Entwürfe verdeutlicht jedoch, daß viele Erfahrungen aus dem (teilweisen) "Scheitern" der Curriculumreform der 70er und 80er Jahre keine Berücksichtigung gefunden haben. Die vorliegende Arbeit versucht, dieses Defizit zu beheben und fundiertes Beratungswissen bereitzustellen.
Zu Beginn der Untersuchung werden erziehungs- und sozialwissenschaftliche Ansätze aus dem Bereich der Curriculum- und der Implementationsforschung unter der Fragestellung analysiert, inwieweit sie pragmatisch verwendbare Erkenntnisse über die Entwicklung und Umsetzung von Lehrplanreformen bieten. Hierbei wird u. a. erkennbar, daß Entwicklung und Implementation von Curricula zwei Seiten einer Medaille sind. Zugleich wird deutlich, daß die Revision von (Sport-)Curricula in westlichen Industriegesellschaften eine Form politisch-administrativer Programmsteuerung ist und somit entsprechender Entwicklungs- und Umsetzungskonzeptionen bedarf.
Unter Verwendung und Kombination multipler Untersuchungsverfahren wird anschließend der Innovationsprozeß der "Richtlinien und Lehrpläne für den Sport in den Schulen im Lande Nordrhein-Westfalen" über den Zeitraum der 70er und der 80er Jahre rekonstruiert. Dabei findet zum einen der Entwicklungsweg der "Richtlinien Sport" von der Problemartikulation bis zum verabschiedeten Programm Berücksichtigung. Zum anderen werden die Strukturen, Akteure und Prozesse bei der Implementation des neuen Lehrplanwerks auf der Ebene der mittleren und der unteren Schulaufsichtsinstanzen differenziert untersucht. Auch die im Bereich des Schulsports eingesetzten "field-agents", die Fachberater Sport, werden bezüglich ihrer richtlinienbezogenen Umsetzungsarbeiten in den Blick genommen. Die umfangreichen empirischen Erhebungen kennzeichnen die Grenzen und die Erfolge der schulinternen Lehrplanübernahme.
Die vorliegende Studie verdeutlicht in ihren theoretischen und empirischen Teilen, wie sich die Sportpädagogik in ihrem traditionellen Arbeitsfeld Schulsport zu einer "offenen, innovativen Planungs- und Beratungswissenschaft" entwickeln kann.





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