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Reinhild Stephan-Maaser
Mythos und Lebenswelt
Studien zum "Trunkenen Silen" von Peter Paul Rubens
Reihe: Kunstgeschichte
Bd. 15, 1993, 370 S., 35.90 EUR, 35.90 CHF, gb., ISBN 3-89473-281-4


Lebensvoll, rauschhaft, derb - dies sind Attribute, die der Malerei Peter Paul Rubens' immer wieder auch in der kunstgeschichtlichen Literatur zugeschrieben werden. In zugespitzter Weise gilt dies für den umfangreichen Komplex seiner bacchischen Werke, die in ihrer sexuellen Freizügigkeit und suggestiven Ausdruckskraft bis an die Grenzen des zu seiner Zeit Darstellbaren gehen.
Anhand des Hauptwerks dieses Themenkreises, des "Trunkenen Silen" in der Alten Pinakothek München, untersucht die Autorin die Bedeutungsfunktion dieser Bilder im Hinblick auf die von ihnen evozierten, widersprüchlichen Empfindungen im Erleben des zeitgenössischen Betrachters, dem gerade zur Rubens-Zeit durch hohe moralische Anforderungen die rationale Bewältigung seiner Sinnlichkeit abverlangt wurde. Die den Betrachtungsvorgang leitende Bildrhetorik wird weitestgehend rekonstruiert. Dabei gelangen Rubens' Auseinandersetzungen mit der künstlerischen und philosophischen Bedeutungstradition der Silen-Figur in Antike und Renaissance sowie mit der Affekte- und Stilgattungsdiskussion des Frühbarock zur Darstellung, die für die enge Verbindung von Mythos und Lebenswelt im "Trunkenen Silen" ausschlaggebend waren.





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