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Stefan Stock
Non-Compliance und Bluthochdruck
Eine medizinsoziologische Studie bei Industriearbeitern
Reihe: Medizinsoziologie
Bd. 3, 1993, 280 S., 35.90 EUR, 35.90 CHF, br., ISBN 3-89473-711-5


Bluthochdruck ist heute in den Industriestaten die am weitesten verbreitete Krankheit. Personen aus unteren sozioökonomischen Schichten weisen zudem eine höhere Hypertonieprävalenz als Personen aus höheren Schichten auf. Diese Krankheit mit ihren gravierenden tödlichen Langzeitfolgen ist heute gut behandelbar, aber weitgehend symptomlos. Daraus folgt, wie wichtig eine gute Therapietreue (= Compliance) bezüglich des Einnehmens von antihypertensiven Medikamenten ist.
In dem theoretischen Teil der Arbeit gibt der Autor eine Definition der Compliance bzw. der Non-Compliance, geht auf deren überragende Bedeutung für den Therapieerfolg bzw. -mißerfolg bei der Bluthochdruckbehandlung ein und erläutert die in der Praxis gebräuchlichen Compliance-Meßmethoden mit deren Vor- und Nachteilen.
Wie läßt sich das Non-Compliance-Verhalten, mit dem sich der hypertensive Patient selbst schädigt, erklären? Der Autor stellt die zur Beantwortung dieser Frage in der Compliance-Forschung bisher verwendeten theoretischen Modelle vor, verbindet sie mit entsprechenden Ergebnissen von internationalen Compliancestudien und bewertet sie.
Dem Autor gelingt es anhand dieser Forschungsergebnisse zu zeigen, daß Personen aus unteren sozioökonomischen Schichten nicht nur eine erhöhte Hypertonieprävalenz, sondern auch eine höhere Neigung zu Non-Compliance aufweisen.
Im empirischen Teil der Arbeit setzt sich der Autor das Ziel, sozioökonomische Determinanten der Non-Compliance in einem Kollektiv von Industriearbeitern mit Hypertonie im Quer- und Längsschnitt zu analysieren. Mit Hilfe multivariater Analysen kann er nachweisen, daß insbesondere das demographische Merkmal "jüngeres Alter" und das sozioökonomische Merkmal "niedrige berufliche Position" (angelernte Arbeiter) das Risiko für Non-Compliance-Verhalten signifikant erhöhen.
Das Buch wendet sich an Medizinsoziologen, Soziologen, Ärzte und Medizinstudenten, die sich mit dem Problem der Therapietreue bzw. der Non-Compliance befassen, besonders auf dem Gebiet der Behandlung des Bluthochdrucks.





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