Buchpräsentation Marta Marková „In den Mühlen der ‚Umvolkung‘“

Termin: Donnerstag, 11.6.2026, 18 Uhr

Ort: Institut für Wissenschaft und Kunst, Berggasse 17/1, 1090 Wien

Anhand der konkreten Familiengeschichten von drei jüdischen Familien sowie Erzählungen aus dem Nachkriegs-Wien der 90er Jahre, macht Marta Marková in ihrer neuen Monographie die Vertreibung von Juden und Tschechen 1938 aus dem Sudetengau sowie die Vertreibung der Deutsch Sprechenden, auch Juden, Sozialdemokraten und Antifaschisten ab 1945 aus der gesamten Tschechoslowakischen Republik greifbar. Der Begriff der ‚Umvolkung‘ im Buchtitel wird in Anführungszeichen gesetzt, um sich dezidiert vom NS-Sprachgebrauch abzusetzen und um zugleich ohne Beschönigung zu benennen, wie zahlreiche Menschen zum Spielball nationalistischer Ausgrenzungs- und Vernichtungspolitik wurden und oft mehrfach innerhalb ihrer Biografie eine neue Identitätszuschreibung erhielten, anhand derer ihre Verfolgung gerechtfertigt wurde. Die Verbindungslinien zur Nachkriegsgeneration werden anhand biografischer Portraits nachempfunden. Ziel des Buches ist es, der bis heute verbreiteten Gleichschaltung in der Geschichtswahrnehmung zu widersprechen.

Mit der Autorin Marta Marková.

Peter Huemer wird eine Einleitung zu den historischen Hintergründen geben.