Beschreibung
Der staatliche Kampf gegen die Prostitution war auch ein Kampf gegen jene Frauen, die den Normen ihrer Zeit nicht entsprachen. Dies ist ein Fazit dieser Studie, die am Beispiel Hamburgs untersucht, wie sich Prostitutionspolitik über verschiedene Phasen hinweg entwickelte: von den Reformen der Weimarer Republik über die Verbrechen der NS-Zeit bis hin zu den Wirren der Aufbaujahre. Wo lagen die Kontinuitäten, wo die Brüche?
Im Mittelpunkt steht auch das Schicksal der Opfer, jener Frauen, die als Prostituierte erfasst, definiert und auf oft
menschenunwürdige Weise reglementiert wurden. Wer waren sie? Angeregt von diskursanalytischen Ansätzen der Geschlechtergeschichte wurde die soziale Kategorie der Prostituierten hinterfragt: Mit Verfolgung mussten nicht nur “Professionelle” rechnen, sondern alle Frauen, die das Korsett des weiblichen Idealbilds sprengten.