Beschreibung
Willi Merten, evangelischer Pfarrer in der Bekennenden Kirche in Wiesbaden, macht als Kriegspfarrer die Feldzüge in Frankreich und der Sowjetunion mit und ist u.a. in Lemberg, Metz und Paris stationiert. Sein fast vollständiger Nachlass an Feldpostbriefen ermöglicht in einzigartiger Weise eine umfassende Darstellung seiner Pflichten als Kriegspfarrer, u.a. der seelsorgerlichen Begleitung von zum Tode Verurteilten. Darüber hinaus erlauben die Quellen einen beeindruckenden Einblick in das innere Erleben von Willi Merten, beispielsweise zu seiner Motivation, Kriegspfarrer zu werden, aber auch zur Last des Daseins im Dienst der Wehrmachtseelsorge. Die hier vorgelegte Untersuchung bringt mit dieser biographischen Tiefe eine bisher kaum beachtete Perspektive in den wissenschaftlichen Diskurs zum Zweiten Weltkrieg ein.
Im Anhang wird zudem eine rückblickende Darstellung von Willi Merten zum Kirchenkampf in Wiesbaden erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Kai Merten ist Gemeindepfarrer in Raunheim und Privatdozent am Fachbereich Evangelische Theologie an der Philipps-Universität Marburg.

