Buchpräsentation Marta Marková „In den Mühlen der ‚Umvolkung‘“
Termin: Donnerstag, 11.6.2026, 18 Uhr
Ort: Institut für Wissenschaft und Kunst, Berggasse 17/1, 1090 Wien
Peter Huemer wird eine Einleitung zu den historischen Hintergründen geben.
Anhand der konkreten Familiengeschichten von drei jüdischen Familien sowie zahlreicher Anekdoten (u.a. aus dem Nachkriegs-Wien der 80er Jahre) macht Marta Marková in ihrer neuen Monographie die Vertreibung von Juden und Tschechen 1938 aus dem Sudetengau sowie die Vertreibung der Deutsch und Ungarisch sprechenden Juden ab 1945 aus der gesamten Tschechoslowakischen Republik greifbar. Der Begriff der ‚Umvolkung‘ im Buchtitel wird in Anführungszeichen gesetzt, um sich dezidiert vom NS-Sprachgebrauch abzusetzen und um zugleich ohne Beschönigung zu benennen, wie zahlreiche Menschen zum Spielball nationalistischer Ausgrenzungs- und Vernichtungspolitik wurden und oft mehrfach innerhalb ihrer Biografie eine neue Identitätszuschreibung erhielten, anhand derer ihre Verfolgung gerechtfertigt wurde. Die Verbindungslinien zur Nachkriegsgeneration werden anhand biografischer Portraits nachempfunden. Ziel des Buches ist es, der bis heute verbreiteten Gleichschaltung in der Geschichtswahrnehmung zu widersprechen.
Peter Huemer, Journalist und Historiker, geb. 1941, Studium Geschichte, Germanistik, Kunstgeschichte Universität Wien, 1977-1987 Leiter der Talk Show „Club 2“, 1987-2002 „Im Gespräch“ ORF-Radio, 1992-2001 Moderator „Berliner Begegnungen” 3sat, Lehrtätigkeit Filmakademie Wien und Universität Wien.
Marta Marková ist Kulturpublizistin und Autorin, geboren in Spieglitz, Tschechoslowakei und seit 1980 in Wien. Zu ihren bisherigen Publikationen zählen: „Familienalbum, Erzählungen aus Mähren und Böhmen“ sowie „Auf Knopfdruck. Vienna Postwar Flair“ u.v.a.
Der rote Stoff des Katafalks, auf dem der Arbeiterpräsident Klement Gottwald ruhte und aus dem sich meine fleißige Ex-Schwiegermutter Eva einen Župan/Schlafrock nähte