Beschreibung
Die Pflege hochaltriger Menschen wird in Deutschland zu großen Teilen von Angehörigen übernommen – meist unbezahlt, im privaten Umfeld und häufig neben Erwerbsarbeit und Familie. Diese informelle Altenpflege steht unter Druck: Während die Zahl pflegebedürftiger Menschen steigt, sinkt zugleich das Potenzial familiärer Pflegepersonen im erwerbsfähigen Alter.
Die Studie untersucht aus sozialökonomischer Perspektive, wie erwerbsfähige pflegende Angehörige den möglichen Einfluss eines bedingungslosen Grundeinkommens von 1.500 Euro auf die Bewältigung ihres Pflegealltags einschätzen. Die qualitativen Interviews zeigen ein differenziertes Bild: Einige erwarten Entlastung, finanzielle Sicherheit und größere Selbstbestimmung; andere erwarten kaum Veränderungen ihrer Lebenslage. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie eng finanzielle Sicherheit, Wohlbefinden, soziale Netzwerke sowie die Vereinbarkeit von Pflege, Erwerbsarbeit und Privatleben zusammenhängen. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur sozialökonomischen Pflegeforschung und zur Diskussion über die Zukunft informeller Altenpflege in einer alternden Gesellschaft.

