Beschreibung
Kommunale Ordnungsdienste übernehmen zunehmend Aufgaben der kommunalen Sicherheitsproduktion und bewegen sich an der Schnittstelle von Verwaltung, Polizei und Bürgerschaft. Die Außendienstkräfte verfügen im Arbeitsalltag über Ermessensspielräume und prägen damit das kommunale Sicherheitshandeln maßgeblich. Wie Entscheidungen unter widersprüchlichen Erwartungen getroffen werden und welche Logiken sie leiten, ist bislang kaum erforscht. Auf Grundlage einer qualitativen Studie mit Experteninterviews und teilnehmenden Beobachtungen rekonstruiert diese Arbeit die Handlungspraktiken, Entscheidungslogiken und Bewältigungsstrategien kommunaler Ordnungsdienste. Aus der Perspektive der Street-Level Bureaucracy zeigt sie, wie kommunale Ordnungsdienste im Spannungsfeld verschiedener Akteure und konkurrierender Rollenerwartungen ein berufliches Selbstverständnis aushandeln. Die Studie verbindet einen empirisch fundierten Beitrag zum Verständnis kommunaler Sicherheitsgovernance mit einer Erweiterung der Street-Level-Bureaucracy-Perspektive auf kommunale Ordnungsdienste und leitet daraus praxisrelevante Impulse für deren organisatorische und strategische Ausgestaltung ab.
Ina Hennen ist Soziologin und Kriminologin mit Forschungsschwerpunkten zu Sicherheit im öffentlichen Raum und kommunalen Sicherheitsakteuren. Sie arbeitet als Projektreferentin für kommunale Kriminalprävention und urbane Sicherheit bei der Stadt Essen.


