Beschreibung
Die zunehmende Einschränkung des Asylrechts und eine immer restriktivere
Rechtsanwendung führen vermehrt dazu, daß potentiell zu Unrecht abgelehnte
Asylbewerber in äußerster Not in Kirchen fliehen, um eine Gefährdung an
Leib und Leben infolge einer Abschiebung im letzten Augenblick noch zu
verhindern. Zur Bezeichnung dieses Handelns hat sich gemeinhin der
problematische Begriff “Kirchenasyl” eingebürgert. Die vorliegende Studie
begibt sich deshalb zunächst auf historische Spurensuche, um das dem
heutigen Handeln entsprechende geschichtliche Modell zu eruieren,
analysiert dann Lücken und Defizite im staatlichen Asylrecht, die
kirchlichen Beistand erforderlich machen könnten, und zeigt im Rahmen
einer ethischen Wertung des gewissensmotivierten Engagements von Christen
die Chancen und Gefahren dieser Praxis für Staat, Kirche und Gesellschaft
auf.